Mittwoch, 10. Februar 2010

Von Crevillente nach Ronda

41. Tag Donnerstag, 04. Februar 2010

Abfahrt: Crevillente, 10:30 Uhr
Ankunft: San Juan de Los Terreros, 12:30 Uhr
Tageskilometer: 164
Route: Crevillente – Murcia – Lorca – Aguilas – San Juan de Los Terreros
Besichtigungen: ---
Übernachtung: San Juan de Los Terreros, Playa Entrevista, Stellplatz am Ortsrand, Koordinaten: -1.68073; 37.34929
Wetter: Regen auf der Strecke, in San Juan de Los Terreros ab nachmittags sonnig und warm.

Einen ganzen Monat lang hielten wir uns auf dem Campingplatz von Crevillente auf. Der Platz an sich ins sehr gepflegt, liegt ortsnah und ist preiswert. Die Überwinterer waren allesamt sehr nett. Allerdings mussten wir feststellen, dass wir keine Dauercamper sind. Wir gehören eher zu der Spezies der „Rumtreiber“. So beschlossen wir uns, heute weiterzureisen. Wir haben geplant, eine Rundreise durch Andalusien und Portugal zu machen. Als wir in Crevillente losfuhren, fing es gerade an zu regnen. Im Süden von Murcia waren die Gemüsefelder überschwemmt. Dort musste es heftig geregnet haben. Bei Lorca, mitten im Nichts entsteht ein Golf-Resort. Bei Aguilas ist man wieder in Plastikspanien.

Nicht das blaue Meer sticht in die Augen des Vorbeifahrenden, sondern die silberglänzenden Plastik-Gewächshäuser. Der Stellplatz in San Juan de Los Terreros war zur Mittagszeit noch nicht sehr stark frequentiert. Eigentlich ist es ein wilder Platz. Die spanische Polizei drückt jedoch beide Augen zu, solange man nicht direkt am Strand steht. Wir halten uns immer zwei Tage auf diesem Platz auf, wenn wir nach Südspanien oder Marokko unterwegs sind. Vom Platz aus gelangt man bequem entlang der Uferpromenade per Fuß ins Ortszentrum. Dort gibt es einen kleinen Supermarkt. Im Winter haben die meisten Geschäfte geschlossen und die vielen Appartements stehen leer.


42. Tag Freitag, 05. Februar 2010

Abfahrt: ---
Ankunft: ---
Tageskilometer: ---
Route: ---
Besichtigungen: San Juan de Los Terreros
Übernachtung: San Juan de Los Terreros, Stellplatz
Wetter: sonnig, 21 Grad, am Nachmittag Wind

Morgens um 9:30 Uhr kam der Bäcker zum Stellplatz. Anschliessend sind wir nach San Juan de Los Terreros gewandert. Es ist nicht weit, man ist gleich im Ort. Seit dem Jahr 2008 hat sich am Ortsrand einiges verändert. Es entstanden unzählige Häuser im spanischen Kolonialstil.Der Ort ist im Winter verwaist – nur ganz wenige Leute wohnen hier. Auf der Uferpromenade sind fast alle Cafés und Restaurants geschlossen. Ein einziger Supermarkt hat geöffnet. Wir schlenderten ziemlich lange durch den Ort. Über dem Meer sind einige Häuser in den Sandsteinhügel gebaut. Ob es wohl früher „Cuevas“, also Höhlenwohnungen waren? Die Frage konnte uns leider niemand beantworten.

Wieder am Stellplatz angekommen, kam ein warmer Wind auf. Das Meer lag tiefdunkelblau in der Sonne. Am Abend kurz vor Sonnenuntergang „brennt“ der Hügel, auf dem die Burg vom Stellplatz aus zu sehen ist. Ein schönes Schauspiel.
43. Tag Samstag, 06. Februar 2010

Abfahrt: ---
Ankunft: ---
Tageskilometer: ---
Route: ---
Besichtigungen: Strandspaziergang
Übernachtung: San Juan de Los Terreros
Wetter: sonnig, 23 Grad

Heute war der wärmste Tag in diesem Jahr. Das Thermometer kletterte auf 23 Grad. Der Wind war wie weggeblasen – ein Tag wie wir ihn im Mai kennen. Es roch nach Meer und würzigen Kräutern. Die Vögel sangen ihre Frühlingsgefühle in die Welt hinaus. Die Menschen genossen die wärmende Wonne. Sie saßen in Badeanzügen vor den Wohnmobilen und hatten auch "Frühlingsgefühle". Abends um 18:00 Uhr saßen wir immer noch in T-Shirt und ohne Socken draußen. Ein Strandspaziergang wurde zum besonderen Erlebnis. Es blühten so viele bunten Blumen am Wegesrand, wie wir sie in diesem Jahr noch nicht gesehen haben. Weiter südlich von unserem jetzigen Zuhause befindet sich auch ein Stellplatz. Es gibt aber keine Möglichkeit für Entsorgung und Versorgung. Bei diesem herrlichen Wetter kann ich es mir gar nicht vorstellen, dass es jetzt zu Hause kalt und schmuddelig sein soll.

44. Tag Sonntag, 07. Februar 2010

Abfahrt: San Juan de Los Terreros, 10:00 Uhr
Ankunft: La Isleta, 13:15 Uhr
Tageskilometer: 110
Route: San Juan de Los Terreros – Garrucha – Mojacar – Carbonares – Venta de Probe – Fernan-Perez – Rodalquilar – La Isleta
Besichtigungen: Parque Natural de Cabo de Gata,
La Isleta
Übernachtung: La Isleta, Koordinaten -2.04813; 36.81283, öffentlicher Parkplatz direkt am Meer
Wetter: dunstig, 18 Grad

San Juan de Los Terreros verließen wir in Richtung Los Lobos, blieben aber immer auf der Küstenstraße. Die Küstenorte haben sich sehr verändert – es entstanden teils ganz neu Orte. Wie gewohnt sind die meisten dieser Touristenburgen leer. Gerade mal Mojacar ist gut besucht. Heute, am Sonntag, waren viele Biker unterwegs. Auch sie waren gezwungen, langsam zu fahren, da in den Orten erhöhte Fussgängerüberwege zu passieren waren. Die Küstenstraße bei Carbonares ist wildromantisch. Anschließden ging es durch den Parque natural de Cabo de Gata. Wir durchquerten eine Gebirgslanschaft mit pyramidenförmigen Bergen. Die Straße steigt in Serpentinen immer höher an, wobei sie spektakuläre Ausblicke bot. Ein paar Kilometer nahmen wir die Autobahn unter die Räder, bevor wir wieder Richtung Meer, d.h. La Isleta abbogen. Erst durchfuhren wir einige Plastikdörfer (Gewächshäuser). Dort leben viele der afrikanischen Erntehelfer in ganz erbärmlichen Behausungen. Die Landschaft zeigte sich uns so, als wären wir in Marokko unterwegs. Bald schon erblickt man die Sierra del Cabo de Gata, deren Berge immerhin auf fast 500 m reichen ( und das ab Meereshöhe). Kurz bevor wir zur Küste kamen, stieg die Straße nochmal steil an. Vom Mirador aus konnten wir einen schönen Blick auf die Vulkanberge, die Küstenlandschaft und auf das Mittelmeer werfen. Schade, dass es heute dunstig war. Die Situation erinnerte mich an einen Regentag im letzten Sommer auf den Lofoten. Es roch genauso nach Meer, die Boote lagen im Hafen, die Möwen kreischten und die Bergspitzen ringsherum waren auch von Wolken verhüllt. Nur hier war es wärmer, als damals im Juli auf den Lofoten. In La Isleta fanden wir gleich den großen Parkplatz direkt am Meer. Wir unternahmen einen Spaziergang durch den Ort und auf die kleine Halbinsel. Im Ort war ziemlich was los. In einer garagenähnlichen Kneipe fand ein großes Familienfest statt. Es roch nach gegrillten Meeresfrüchten … wie lecker! Im Restaurant beim Mirador waren die Spanier gerade beim Mittagessen ( nach 14 Uhr).


44. Tag Montag, 08. Februar 2010

Abfahrt: La Isleta, 9:00 Uhr
Ankunft: Guadix, 11:30 Uhr
Tageskilometer: 137
Route: La Isleta – Almeria – Mini-Hollywood – Gergal - Guadix
Besichtigungen: Guadix, Ort
Übernachtung: Guadix, Stellplatz, Koordinaten -3.13413; 37.30378 (großer
öffentlicher Parkplatzmitten in der Stadt
Wetter: Regen, 12 Grad

Die Nacht in La Isleta war sehr ruhig. Man hörte nur ein wenig Meeresrauschen – auf dem Stellplatz war es stockdunkel – fast ein wenig geisterhaft. Morgens wurden wir vom Regen geweckt, der auf das Dach des Wohnmobils tropfte. Die örtliche Polizei drehte eine Runde auf dem Parkplatz und sah nach dem Rechten. Wir brachen bald auf und fuhren erst Richtung Almeria, bevor wir auf die A-92 Richtung Granada abbogen. Bald kommt man durch die Wüste von Tabernas. Heute im Regen, hatte sie jedoch nicht so den Reiz, wie an trockenen, sonnigen Tagen.
Die Sierra de los Filabros im Norden und die Sierra Alhamila im Süden versperren den feuchten Winden den Weg in dieses Gebiet. Die Folge dieses Regenschattens ist eine starke Trockenheit in diesem Naturraum. Es handelt sich um eine echte Wüste, in der kein einziger Dauerfluß zu finden ist. Auf der Weiterfahrt nach Guadix war im Süden die schneebedeckte Sierra Nevada auszumachen. Im Vordergrund standen die Mandelbäume in voller Blüte.
Guadix, unser Ziel für den heutigen Tag liegt in einer fruchtbaren Ebene am Fuß eines trockenen Plateaus. Das stark zerklüftete Gestein hat phantasievolle Formen angenommen. Direkt am Fluß in der Innenstadt befindet sich unser Stellplatz für die Nacht. Die Kathedrale bildet mit der schönen Plaza de las Palomas und der Klosterkirche Santiago den Kern des Ortes. In Guadix gibt es noch ein Viertel mit Höhlenwohnungen. Die Cuevas sind in einen Hügel gehauen und werden teilweise noch heute bewohnt.
Auch an einem Regentag kann man den Tag sinnvoll gestalten. Eine Besichtigung ist immer möglich – es sei denn, es regnet Bindfäden.


45. Tag Dienstag, 09. Februar 2010

Abfahrt: Guadix, 9:30 Uhr
Ankunft: Villanueva de Algaidas
Tageskilometer: 209
Route: Guadix – Granada – Archidona – Cuevas de San Marcos – Villanueva
de Algaidas
Besichtigungen: Villanueva de Algaidas
Übernachtung: Villanueva de Algaidas, Stellplatz, Koordinaten: 4.45009; 37.17829
Der Stellplatz mit Entsorgungs- und Versorgungsmöglichkeit liegt am Eingang des Ortes bei der Schwimmhalle. Zur Entsorgung steht ein Bodeneinlass zur Verfügung. Der Stellplatz ist kostenlos. Ins Ortszentrum geht man durch den kleinen Park und dann nach links.
Wetter: bewölkt, 15 Grad

In der letzten Nacht wechselte sich ein Schauer nach dem anderen ab. Das Prasseln des Regens war auf dem Wohnmobildach ziemlich stark zu hören. Auf dem Stellplatz in Guadix war es ab 21:30 Uhr sehr ruhig. Wir entschlossen uns am Morgen weiter Richtung Westen zu fahren. Als wir Guadix verliessen, sahen wir im Süden die verschneiten Berge der Sierra Nevada. Die Autobahn führt bis Granada durch eine zerklüftete Landschaft. Links und rechts der Straße konnten wir viele Höhlenwohnungen ausmachen. Kurz bevor man nach Granada kommt, führt die Straße über den Puerto de la Moro, der in 1.390 m Höhe erreicht ist. Granada umfährt man im Norden. Bei Archidona verließen wir die Autobahn, in der Absicht, den dort ausgeschriebenen Stellplatz anzufahren. Diesen gibt es leider nicht mehr. Wir entschieden uns nach Cuevas de San Marcos zu fahren, um den dortigen Stellplatz aufzusuchen. Die Fahrt dorthin war sehr abenteuerlich.

Wir fuhren auf einem landwirtschaftlichen Weg quer durch die Olivenplantagen. Die Straße schlängelte sich bergauf und bergab durch die Landschaft, in der sich schneeweiße bis dunkelrote Erde abwechselte. Wir kamen uns vor, als wären wir am „Popo“ der Welt. Auf diesen rund 15 Kilometern kam uns nur ein Landwirt auf seinem Traktor entgegen. Und der, der hielt sich die Hand vor den Mund. Ob er sich gedacht hat: „Lieber Gott, was ist denn das!“ Hin und wieder spitzte die Sonne durch die Wolken. Ein Rothuhn (Rebhuhnart) stolzierte eine ganze Zeit vor unserem Wohnmobil umher. Die Fahrt durch diese Landschaft wäre romantisch gewesen, wenn nicht so viel Schlamm die Straße in Beschlag genommen hätte. In Cuevas de San Marcos führte unsere Steffi uns zu einer engen Straße, die zum Stellplatz führen sollte. Wir wendeten lieber und versumpften erst einmal in der aufgeweichten roten Erde. Als wir dies Hindernis wieder erfolgreich passiert hatten, fuhren wir wieder Richtung Schnellstraße. Es gab noch die Möglichkeit in dieser Gegend den Stellplatz in Villaneuva de Algaidas anzufahren. Das war eine gute Entscheidung. Der Stellplatz liegt vor dem Ort und bietet Ent- und Versorgungsmöglichkeiten. Beim Spaziergang durch den Ort fielen uns die schmucken Häuschen an der Hauptstraße auf. Da es Siesta war, waren die Geschäfte alle geschlossen. Im Ortszentrum trafen sich einige ältere Herren. Ansonsten wirkte der Ort wie ausgestorben. Ein Spanier geht ja auch nicht um die Mittagszeit auf die Straße.

46. Tag Mittwoch, 10. Februar 2010

Abfahrt: Villanueva de Algaidas, 9:45 Uhr
Ankunft: Ronda, 15:15
Tageskilometer: 183
Route: Villanueva de Algaidas – Antequera – Campillos – Ardales – El Choro
– Alora – Ardales - Ronda
Besichtigungen: Garganta del Chorro
Desfiladero de los Gaitanes
Übernachtung: Ronda, Camping El Sur, Koordinaten: -5.17207; 36.72054. Der
Campingplatz liegt im Süden des Ortes an der Strecke nach Algeciras.
Der Ort ist knapp drei Kilometer entfernt. Man gelangt bequem zu
Fuß in die Altstadt von Rondas.
Wetter: Regen, 15 Grad

Nebel lag heute morgen über den Hängen. Wir fuhren erst mal zurück bis zur Autobahn, die von Granada nach Sevilla führt. „Steffi“ leitete uns über Campillos Richtung Ardales. Vor Campillos standen wir plötzlich im Stau, der durch einen Unfall verursacht wurde. In Ardales bogen wir zum Garganto del Chorro ab. Im Jahr 1999 und 2000 fuhren wir diese atemberaubende Strecke schon einmal.
Felsenlabyrinthe, in denen man sich leicht verlieren kann, und senkrechte Wände, die steil zum Fluß Guadalhorce hin abfallen bilden die Umgebung des Desfiladero de los Gigantos.Bei Las Melizas befindet sich die Klammschlucht der Gaitanes, die auch unter dem Namen Chorro-Schlund (Teufelsschlucht) bekannt ist. Diese mehr als 400 m tiefe und nicht mehr als 10 m breite Schlucht ist das Werk des Guadalhorce. Die Straße ist schmal, es kommen aber kaum Autos entgegen. Hat man die Schlucht passiert, fährt man durch das „Sonnental“ von Alora. Hier gedeihen Orangen und Zitronen. Alora durchquerten und fuhren über die Berge zurück nach Ardales. Die Straße war schmal und in schlechtem Zustand. Es fing auch noch an zu regnen. Ab Ardales führt eine gute, teilweise neu ausgebaute Schnellstraße nach Ronda. In letzter Zeit hat es anscheinend sehr viel geregnet. Viele Ölbäume standen im Wasser, Böschungen machten sich selbständig und so mancher kleiner See stand in den Senken. In Ronda versorgten wir uns mit Lebensmitteln, bevor wir zum Campingplatz fuhren.

Und morgen werden wir erst einmal die Stadt unsicher machen! Den Bericht gibts später!

heidi


Kommentare:

  1. Liebe Heidi,

    danke, dass wir Dich auf Eurer Tour durch Spanien begleiten dürfen. Für mich ist es derzeit kaum vorstellbar, dass es irgendwo auf der Welt auch anders aussehen könnte als bei uns - nur Schnee und Eise und es schneit einmal wieder... eigentlich fast täglich. Es gibt noch nicht einmal mehr Kochsalz im Supermarkt, weil die Leute alles aufgekauft haben, um vor ihrer Haustüre zu streuen.

    Aber zurück zu Eurer Reise: Du schreibst so schön, dass man förmlich das Gefühl hat dabei zu sein. Und die Fotos unterstreichen noch Deinen Bericht.

    Ich wünsche Euch viel Spaß bei der Stadtbesichtigung und eine gute Weiterfahrt. Freue mich auf den nächsten Bericht.

    Liebe Grüße und eine herzliche Umarmung von Elvira

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  2. Liebe Heidi,
    voller Spannung lese ich Deine Reiseberichte...
    Du schreibst so interessant, so faszinierend, ich fühle mich schon fast bei Euch an Bord...
    danke für die schönen Fotos...

    viele liebe Grüße schickt Euch Traudi

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